webmax Administrator
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.03.2007 Beiträge: 63 Wohnort: Zürich
|
Verfasst am: 28.04.2007, 16:30 Titel: Roulette und Black Jack im Sihl-City? |
|
|
Ob der Bundesrat 2007 überhaupt eine Konzession für ein Kasino in Zürich vergibt, ist unklar. Trotzdem wird an zwei Projekten gearbeitet. Als Standorte sind die ehemalige Diskothek El Cubanito und das Einkaufszentrum Sihl-City vorgesehen. Der Stadtrat bevorzugt ein Kasino in der Innenstadt.
Die gegenwärtige Situation ist schnell umschrieben: In der Schweizer Kasinolandschaft ist der ganze Kanton Zürich ein weisser Fleck. Während es in Pfäffikon (SZ), St. Gallen, Schaffhausen und Baden je ein Kasino hat, ging Zürich vor rund fünf Jahren bei der Vergabe der Konzessionen leer aus. Dabei lagen der Eidgenössischen Spielbankenkommission acht Projekte aus dem Kanton Zürich vor, darunter vier aus der Hauptstadt. Eines davon, jenes für ein A-Kasino auf dem ABB-Areal in Zürich Nord, stammte von der Casino Zürich AG. Diese fand sich mit der Niederlage nie ab und hofft nun, dass die Spielbankenkommission fünf Jahre danach bei der Überprüfung der Lage ein Einsehen mit Zürich hat und dorthin eine neue Lizenz vergibt. Aktionäre der Casino Zürich AG sind die ACE Casino Holding AG und die Escor AG, welche die Kasinos in Bad Ragaz, Locarno und Mendrisio betreiben, sowie die Spielbank Berlin.
Investitionen von 25 Millionen Franken
Die Casino Zürich AG hatte schon 2005 über ihr Projekt für ein B-Kasino informiert und hat es nun am Montag konkretisiert. Als Standort ist die «Alte Börse» beim Paradeplatz vorgesehen. Wie Projektleiter Fernando Mutti sagte, soll das Kasino nicht wie damals geplant im ehemaligen Restaurant im Erdgeschoss eingerichtet werden, sondern in den Räumen der Konkurs gegangenen Diskothek El Cubanito im 4. und 5. Stock des gleichen Gebäudes. Der Eingang befindet sich im 5. Stock, wo ein Restaurant, eine Bar und eine Lounge geplant sind. Die Spieltische und Spielautomaten sollen im 4. Stock installiert und von der Galerie über eine Treppe erreicht werden.
Laut Mutti beträgt die Gesamtfläche des Kasinos, das von 11 bis 5 Uhr geöffnet sein soll, rund 1900 Quadratmeter. Die Räume gehören dem Kanton Zürich und sind von der Casino Zürich AG ab dem 1. Mai 2006 gemietet. Sollte man die Lizenz erhalten, läuft der Mietvertrag weiter, sonst endet er. Im Unterschied zu einem A-Kasino wie Baden mit 330 Spielautomaten dürften in Zürich mit der B-Lizenz höchstens 150 Automaten aufgestellt werden. Ausserdem sind in einem B-Kasino nur 14 Tische mit 3 Grands Jeux wie Black Jack, American Roulette und Poker erlaubt, wobei auch die maximal zu setzenden Beträge und die Höchstgewinne kleiner sind. Wie Mutti weiter ausführte, sollen in Zürich 25 Millionen Franken in den Bau investiert und 140 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Erwartet werde bei durchschnittlich 900 Besuchern pro Tag ein Bruttospielertrag von gegen 60 Millionen Franken. Dabei würden bis zu 15 Millionen Franken an Steuern an den Kanton Zürich und bis zu 2,5 Millionen Franken an die Stadt gehen.
Susanne Zimmerl, Verwaltungsratspräsidentin der Casino Zürich AG, räumte unverblümt ein, dass die Chancen ihres Projekts schwierig zu beurteilen seien. Zwar bereite die Spielbankenkommission gegenwärtig einen Bericht zuhanden des Bundesrats vor, der im Herbst 2006 fertig sein müsse. Ob dann aber eine offizielle Ausschreibung erfolge, einzelne Projekte angeschaut würden oder gar nichts geschehe, sei offen. Die Casino Zürich AG werde aber ihr Projekt so lange vorantreiben, bis ein Entscheid gefallen sei. Mutti rechnet damit, dass der Bundesrat im Herbst 2007 sagen wird, wie es weitergeht. Sollte Zürich dann eine Konzession erhalten, könnte das Kasino beim Paradeplatz im Jahr 2008 in Betrieb genommen werden. Die Erfolgschance sei sicher nicht schlecht, da in Zürich Touristen, Geschäftsleute und Zürcher angesprochen werden könnten, die nicht in eines der
bestehenden Kasinos gehen. Ein Vorteil des Standorts in der «Alten Börse» sei die gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr. Zudem habe es in unmittelbarer Nähe rund 3000 Parkplätze. Von und zu den Parkhäusern soll ein Shuttle-Betrieb angeboten werden.
Für Robert Kaeser, PR-Berater der Casino Zürich AG, würde eine Spielbank die Attraktivität Zürichs links der Limmat steigern. Es dürfe nicht vergessen werden, dass die Betreiberin des Kasinos eine Kulturstiftung gründen würde, wenn sie die Lizenz erhält. Die Stiftung würde kulturelle Institutionen und Projekte in Zürich mit 2 bis 3 Millionen Franken pro Jahr unterstützen.
Pläne auch für Winterthur und Flughafen
Neben der Casino Zürich AG arbeitet auch die Swiss Casinos Holding AG, die in der Schweiz fünf Kasinos betreibt, an einem Projekt für ein Kasino in der Stadt Zürich. Dieses soll ins Einkaufszentrum Sihlcity bei der Allmend Brunau hinkommen, wie Mediensprecher Christian Bretscher auf Anfrage sagte. Vorläufig sei es noch offen, ob eine A- oder B-Lizenz beantragt werde. Als weitere Standorte prüfe die Swiss Casinos Holding AG Winterthur und den Flughafen.
Die zwei Projekte für ein Kasino in der Stadt Zürich waren dem Stadtrat zur Begutachtung vorgelegt worden. Gemäss Aussagen von Brigitte Wehrli, Direktorin der Fachstelle für Stadtentwicklung Zürich, bevorzugt die Gesamtbehörde das Projekt in der «Alten Börse». Als Gründe gab sie an, dass dieses Kasino klein, aber fein und nur auf Zürich ausgerichtet sei. Ein wichtiger Punkt sei auchdie in Aussicht gestellte Kulturstiftung.
http://www.treppenhausgefluester.info/viewtopic.php?t=601&postdays=0&postorder=asc&start=160&sid=f02df11bf9250b7c05f332d76c7174a2 |
|