webmax Administrator
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.03.2007 Beiträge: 63 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: 03.05.2007, 02:22 Titel: Gefälschte Einkaufsgutscheine für Sihlcity Zürich |
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Auszug aus: http://ch.indymedia.org/demix//2007/03/47852.shtml
Gestern haben Mitglieder der Gruppe "nightmare on elmarstreet" den einkaufslustigen Bürgern und Bürgerinnen die Hand gereicht zu einem infernalischen Shoppingtaumel im neu eröffneten Mall "Sihlcity". Wir haben mit Photoshop und Illustrater einen Abend verbracht und konnten anschliessend tausende von gefälschten Einkaufsgutscheinen in den umliegenden Quartieren verteilen. Doch lest selbst.
Heute sei es so weit: Es öffneten sich die Türen der angeblich „kleinsten Grossstadt“ Sihlcity. Mal abgesehen von der himmelschreienden Unwahrheit,
die Türen würden sich einfach öffnen – vielmehr wird ein orwellsches
Hightechequipment und eine Horde von Security-Primaten den Zugang zu den heiligen Hallen einfältigen Vorstellungen von Erwünschtem und
Unerwünschtem entsprechend kontrollieren – vermochte uns eine zweite,
nicht minder anmassende Behauptung weit mehr ins Staunen versetzten.
Diejenige nämlich, es handle sich bei dieser Ansammlung von Hotz-Klötzen um einen „Stadtteil“ oder gar um eine „kleine Grossstadt“. Alles was gut und recht ist – PR-Geschmiere in Ehren – aber Sihlcity ist schlicht und einfach ein Einkaufszentrum.
In dieser verbalen (Slogan „Die kleinste Grossstadt“) wie visuellen
(Werbeplakat, auf welchem das stadtzürcher Siedlungsgebiet bis auf
Sihlcity Feld und Wiese weichen muss) Vereinnahmungsbewegung des realen Stadtraumes durch ein Shoppingcenter aber offenbart sich Sihlcity als Beton gewordener Feuchttraum einer JedeN kapitalistischen StadtsaniererIn:
Die Stadt als durchgestylter und kontrollierter Raum, in welchem jeder
Quadratmeter der Profitmache dient, und als buntes Beigemüse noch ein
bisschen Kultur oder Spiritualität (Sihlcity-Kirche!).
Uns liegt es jedoch mehr als fern, sich der „gesetzesmässigen Entwicklung
des Standes der Produktivkräfte und der Consumtion“ (K. Marx) in den Weg
stellen zu wollen. Vielmehr ist es uns ein Herzensanliegen, mitzuhelfen,
diese „Zentralisierungsbewegung“ (ebd.) mit all unseren Kräften
entschieden vorantreiben. Aus diesem Grund haben wir unter der Zürcher
Bevölkerung Sihlcity-Einkaufsgutscheine im Wert von 10 Franken in den
Umlauf gebracht, auf dass die Massen in Scharen herbeiströmen und die
ganze Stadt zu einem Supermarkt verkomme. Haben wir dieses qualitativ neue
Niveau dann aufgrund unserer elaborierten Subversionsstrategie
schliesslich erreicht, werden wir mit angemessenen Mitteln auf die
neuartige Situation zu reagieren wissen. Mehr davon jedoch später.
Wir leben Sihlcity! Wir sind 400'000 potentielle LadendiebInnen!
Kommando „Nightmare on Elmar Street“
P.S. Allen BürgerInnen von Sihlcity, die vergeblich versuchten, mit
unserem Gutschein kostenloses Glück zu erheischen, möchten wir an dieser
Stelle die tröstenden Worte Ulrike Meinhofs mit auf den Weg geben: „Bei
einer Warenhausplünderung hierzulande würde nur der Bestand an Sachen in
einigen Haushalten vergrössert, die ohnehin nur der Ersatzbefriedigung
dienen, jener »private Mikrokosmos« würde perfektioniert, über den einsam
zu herrschen den einzelnen über die Bedingungen hinwegtrösten soll, unter
denen er als gesellschaftlicher Produzent zu arbeiten gezwungen ist.“
Ulrike Meinhof kann manchmal wirklich sehr gut formulieren.
http://ch.indymedia.org/demix//2007/03/47852.shtml |
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